Der Mittagschlaf

Hier ein paar Fakten zum Mittagsschlaf.

Kennst du das? Du legst dein Kleinkind zur Mittagszeit hin. Dein Mäuschen reibt sich schon die Augen und gähnt in regelmäßigen Abständen. Du bereitest alles wie immer für den Mittagsschlaf vor und dein Kind braucht auch gar nicht lange bis es eingeschlafen ist.

Richtiges Timing gehabt 💪.

Knappe 1,5 Stunden später wacht dein Kind auf. Dein Kind weint, ist schlecht gelaunt und braucht eine lange Zeit um anzukommen. Warum ist das so?

Vorab: Der kindliche Schlaf unterscheidet sich deutlich von unserem Schlaf. Zur Erklärung: Man kann den Schlaf grob in REM (Rapid-Eye-Movement: intensive Träume)-Schlaf und Non-REM-Schlaf (Leicht- und Tiefschlafphasen) gliedern. Diese beiden Zyklen wechseln sich im Verlauf des Schlafes immer wieder ab.

Kinder haben kürzere Schlafzyklen als wir Erwachsene. Und Kinder haben im Gegensatz zu Erwachsenen, einen höheren Anteil an REM-Schlafphasen. Und während des REM-Schlafs wachen wir einfacher auf.

Die Fakten zum Mittagschlaf:

– Ein Mittagsschlaf kann sich positiv auf unser deklaratives Gedächtnis auswirken (Wissen über Fakten und persönliche Ereignisse).

– Der Mittagsschlaf kann sich negativ auf den Nachtschlaf auswirken (Einschlafprozess und Dauer des Nachtschlafs).

– Eine Art „Schlaftrunkenheit“ kann vorkommen, wenn das Kind aus dem Tiefschlaf (Non-REM-Schlaf) aufwacht und daher benötigt dein Kind ein wenig länger um wach zu werden. Das kann mit ein Grund für „quengeliges“ Verhalten nach einem Mittagsschlaf sein.

– Der Mittagsschlaf unterscheidet sich vom Nachtschlaf: mittags kommen deutlich weniger bis gar keine Traumschlafphasen vor (REM-Schlaf).

– Kinder schlafen mittags meist nicht so fest wie nachts. Wachen sie nun mittags auf, brauchen sie länger um das aufwachen zu realisieren und anzunehmen. Manche Kinder sind auch erstmal Orientierungslos und weinen deshalb.

– Kinder verarbeiten im Schlaf sehr viel, vor allem während den Phasen bis zum Tiefschlaf (Non-Rem-Phase).

Der kindliche Schlaf ist sehr individuell. Es gibt Kinder, die schlafen sehr früh entspannt alleine ein und durch, andere benötigen sehr lange intensive Einschlafbegleitung und schlafen auch nicht durch. Manche Kinder schlafen mittags lange, andere benötigen den Mittagsschlaf gar nicht mehr.

Wichtig ist, dass du als Elternteil die Zeichen deines Kindes erkennst und das Bedürfnis nach Schlaf oder Wachbleiben erfüllst und dein Kind eben nicht zum Mittagsschlaf „zwingst“ oder dein Kind früher weckst.