Wickeln

Was, wenn dein Kind sich nicht mehr wickeln lässt?


Woran kann es liegen?

Dein Kind lässt sich nicht mehr wickeln, obwohl es immer super geklappt hat? Vielleicht passen die Begleitumstände nicht mehr, wie etwa der Wickelort. Es kann aber auch sein, dass die Windel seit Neuestem zwickt. Oder dein Kind mag die kalten Feuchttücher aktuell nicht. Es können auch Probleme in der Kommunikation sein und dass dein Kind nicht ohne Ankündigung aus dem Spiel gerissen werden will oder die Ausscheidungen falsch verbalisiert wurden („igitt“, „ist das eklig“). Oder aber, es liegen physische Ursachen vor, wie etwa ein wunder Popo. Ursachen gibt es viele und nicht immer kann man sie sofort beheben, aber man kann feinfühlig und verständnisvoll mit dieser Situation umgehen.

Jetzt heißt es erst mal durchatmen und dann ausprobieren 🤷‍♀️ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀

⠀ Was kannst du machen?


Grundsätzlich sollte man physische Ursachen, wie etwa den wunden Po ausschließen und/oder beheben. Dazu gibt es zahlreiche Tipps wie z.B. lauwarmes Wasser mit Mandelöl, anstelle der Feuchttücher, nutzen. Handtücher auf den Boden, Baby ohne Windel und Luft an irritiere Hautstellen lassen. Manch einer nutzt Heilwolle, ein anderer bestimmte Schutzmaßnahmen (wir z.B. einen Windschutz einer Apotheke.

Zeigen die oben genannten Tipps keine schnelle Wirkung, solltet ihr euren Kinderarzt oder eure Hebamme kontaktieren und den Po gegebenenfalls anschauen lassen, da auch ein Pilz Ursache der Beschwerden sein kann. Also bitte nicht zu lange warten.

Bei Säuglingen und Babys
Im ersten Jahr ist das Wickeln eine super Möglichkeit um die Bindung zu deinem Kind zu vertiefen. Wenn du dir für das Wickeln Zeit lässt und dein Kind z.B. erst ein wenig an Händen, Füßen massierst oder mit deinem Kind redest und es dabei anschaust oder singst, dann hast du eine schöne Atmosphäre für den eigentlichen Wickelvorgang geschaffen. Du verknüpfst die eigentliche Handlung mit vielen positiven Erlebnissen, was dem ganzen einen harmonischen Touch verleiht. Mit der Zeit wird dein Kind beim Anblick des Wickeltisches oder der Windel wissen, dass es gleich gewickelt wird und das es dann zum Beispiel auch eine kleine Massage oder extra Streicheleinheit erhält. Im Laufe des ersten Lebensjahres möchte dein Kind eventuell etwas für die Hände zur Beschäftigung, dann helfen auch schon kleine, leere Cremedosen oder Greiflinge. Fingerspiele eignen sich auch immer hervorragend um dein Kind bei Laune zu halten.

Bei Kleinkindern
Ab einem bestimmten Alter (ca. 2-4 Jahren) wollen Kinder manchmal ihr Geschäft nicht mehr abgeben (weil sie es z.B. nicht loslassen wollen). Es kann also passieren, wenn dein Kind erkennt, dass es Kontrolle über bestimmte Dinge hat und versteht, dass etwas zu ihm gehört, dass es zu Problemen mit dem Windeln wechseln kommen kann oder dass das große Geschäft sogar zurückhalten wird. Hinzukommt, die Autonomiephase (ca. 15-24 Monate), in welcher Kinder über ihren Körper selbst bestimmen wollen. Also sind im Kleinkindalter Phasen des Widerstands normal und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und mehrmals phasenweise vorkommen. Das ist anstrengend für uns Eltern, aber nichts außergewöhnliches. Hier hilft auch wieder durchatmen um entspannter an die Sache ranzugehen. Ein feinfühliges und verständnisvolles Agieren ist hier sehr von Vorteil, da Druck und Zwang die Situation verschärfen kann.


– Eine feinfühlige, verständnisvolle und klare Kommunikation mit deinem Kind ist das A und O. Und kündige an, dass du jetzt dein Kind wickeln möchtest, denn somit reißt du dein Kind nicht aus dem Spiel. Dadurch kann sich dein Kind vom Spiel „trennen“ und auf die neue Situation einstellen. Natürlich haben die meisten Kinder dann das Problem das Spiel sein zu lassen, da Kinder sich sehr ins Spiel vertiefen können, hier hilft nur ein neues und kurzes Wickelspiel anzubieten und dem Kind aufzuzeigen, dass sein aktuelles Spiel auf ihn wartet.

Begleitumstände: Du kannst den Wickelort variieren. Wickel mal auf dem Boden oder auf der Couch. Am besten darf dein Kind entscheiden, denn eine neue Umgebung kann deinem Kind auch Sicherheit (weg von negativen Erlebnissen) oder Abwechslung bieten.

Psychische Aspekte: Schenk deinem Kind Kontrolle, in dem es z.B. entscheiden darf wo gewickelt wird oder was es zum Spielen mitnehmen darf (Spielekorb zum wickeln, in welchem das Spielzeug regelmäßig gewechselt wird).
– Lass dein Kind mithelfen und es darf z.B. die Tücher bereit halten oder die Windel „öffnen“. – Gib deinem Kind die Zeit und auch die Möglichkeit sich und seinen Körper zu entdecken. Gleichzeitig kannst du die sprachlichen Fähigkeiten fördern, indem du die Körperteile deines Kindes benennst oder benennen (zeigen) lässt. – Mach ein Spiel aus der Wickelsituation und verknüpfe Wickeln mit exklusiver Elternzeit und Spaß! Sing mit deinem Kind, macht zusammen ein passendes Fingerspiel, oder zusammen Quatsch. Auch ein gemeinsames Rollenspiel kommt bei Kindern gut an.

Ich hoffe, du konntest dir viele Ideen für die nächsten Wickelsituationen mitnehmen und wünsche euch viel Spaß bei der Umsetzung.